Ferien zu Huss Teil 3 - Ausflug mit dem Rheindampfer wie zu Kindertagen

Weiter gehts in meinem Ferienlager zu Hause - diesmal ganz altmodisch! Die Kindheitserinnerungen aller Rheinländer an ihre Ferien sind sicherlich in mindestens einem Punkt exakt gleich: Sommerferien, Ausflüge mit Oma und Opa oder den Eltern, Mittagessen und Besichtigungen in den malerischen Städtchen am Rhein... Und wie kamen sie dort hin? Genau! Keine Sommerferien ohne

Dampferfahrt auf dem Rhein - Ferienausflug wie zu Kindertagen 
Es war, ist und wird immer genau so sein: Mit Mama und Papa gehts zum Alten Zoll in Bonn. Die Sonne glitzert auf dem Rhein, sanfte Wellen, eine leichte Brise und die Stadt im Sonnenschein.... Ich hatte allerdings auch meine Schwiegermutter dabei ;-) Naja, das war früher vielleicht nicht ganz so ;-)

An der Promenade sollte sich spätestens Ferienstimmung einstellen, denn dieses Szenario ist so idyllisch und vielen von uns nur allzu bekannt. Karten kaufen am Büdchen und die Gewissensfrage stellen: Bonner Personen Schiffahrt oder KD? Natürlich BPS! Danach gleich noch eine schwere Entscheidung: Wohin solls denn gehen? Na mal mindestens bis Königswinter. Oder gleich bis Remagen. Nöööö - auf jeden Fall bis Linz!
Da ich die Jüngste in unserer Mini-Reisegruppe bin und auch schon groß, entscheiden wir uns gegen "Moby Dick". Das ist für alle über 12 sicher auch die richtige Entscheidung, es sei denn man hat Minis dabei. Also warten wir auf das nächste Schiff und "Poseidon" läßt nicht lange auf sich warten -schließlich bedienen die Schiffe mehrmals täglich die beliebte Route von Bonn aus Rhein-aufwärts.

Schnell füllen sich die Decks, jeder möchte in der Sonne sitzen und die Aussicht genießen. Viele eher ältere Fahrgäste gehen an Bord, manche in Begleitung der Enkel - so wie es sich gehört in Ferienzeiten ;-) Schnell kommen die Rheinländer mit Gästen und Besuchern ins Gespräch, nur allzu gern präsentieren die Bonner ihre schönsten Aussichten. Die "Poseidon" legt ab und wir gleiten durch die City. Nur diesmal auf der staufreien Seite! Das China-Schiff an der Kennedybrücke lassen wir schnell hinter uns, die Oper und die Uni ziehen an uns vorbei, Beuel liegt in seiner ganzen Pracht in der Sonne....
Posttower und UN-Campus kommen in Sicht. Wir legen an und neue Gäste steigen zu. Es wird internationaler an Bord, Bonn spricht viele Sprachen. Nächster Halt: Bonner Bogen. Wir machen Station am neuen Anleger zu Füßen des Kameha Grand Hotels. Die Südbrücke, das futuristische Hotel und die alte Rohmühle ergeben ein spannendes Ensemble für Fotos und neugierige Fragen der Touristen. Auf der anderen Rheinseite zieht Bad Godesberg und Mehlem an uns vorüber. Das Rheinhotel Dreesen und die Rheinaue tauchen auf und begleiten uns eine kurze Zeit lang.

Was gerade noch Hintergrund für Neues und Altes in neuer Harmonie war, rückt gleich nach dem Ablegen immer mehr in den Vordergrund: Der Drachenfels, die Drachenburg und der Petersberg ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Heimstädte des Drachen war ja kürzlich auch schon Ziel meiner Ferienaktivitäten, Oldie but Goldie! Alle drei Bauten auf den Höhenzügen des Siebengebirges sind uns Bewohnern der Region nur zu gut bekannt, doch wann haben wir sie das letzte Mal besucht?! Die meisten von uns werden feststellen das das wahrscheinlich auch schon wieder viel zu lange her ist... Zum Glück ist der Sommer noch lang und die Ferien dauern auch noch ein paar Tage an - beste Gelegenheit also!


Ein paar Wellen später legen wir in Königswinter an. Die Fähre kreuzt unsere Strecke und setzt Ausflügler über. Im Sommer komme ich manchmal abends spät aus Andernach und nehme liebend gern den langen Weg entlang des Flusses nach Hause, wegen der schönen Aussicht und der Rheinromantik natürlich auch. Dann fragen wir uns immer ob wir noch die Fähre schaffen oder es doch wieder zu schön war um rechtzeitig aufzubrechen, denn die letzte Fähre legt vor 22 Uhr schon von Mehlem ab. Meist nehmen wir dann doch die Brücke ;-)



 Heute aber verpassen wir auf keinen Fall die "Überfahrt", denn der Weg ist heute das Ziel! Die Rheinstädtchen liegen wie Perlen in der Sonne...Gleich nach Königswinter folgt Bad Honnef und danach die Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth. Diese Aussicht von hier unten zum Drachenfels hinauf ist ganz besonders idyllisch! Erst vor kurzem konnte ich genau die umgekehrte Aussicht genießen: Vom Fels des Drachen hinunter auf den Fluß, die Schiffe und die Inseln - traumhaft schön!
Im Biergarten auf Grafenwerth tobt das pralle Ferienleben: Kinder spielen, Gäste sitzen in der Sonne oder unter großen Bäumen im Schatten, vom Yachthafen legen Boote ab, Ruderer ziehen ihre Bahnen mit der Strömung zurück Richtung Bonn.

Die "Poseidon" bringt uns weiter bergauf. Rolandseck und der Rolandsbogen kommen in Sicht. Auch das Arp Museum thront hoch über dem Fluß und mir fällt wieder einmal auf das ich noch immer nicht drin gewesen bin... Bevor ich mich weiter grämen kann, fällt mein Blick auf den Hafen von Oberwinter und ich erinnere mich an einen wunderschönen Tag mit den Seglern des Yacht-Club Mittelrhein, die hier ihr Quartier haben. Generell ist der Hafen Oberwinter das Mekka der Segler auf diesem Abschnitt des Flusses, während die Motoryachten in Niederkassel Mondorf liegen, das hatte ich bei meiner Sommerserie "Sommer aktiv" 2015 gelernt, als ich die Sportaktivitäten der Region genauer unter die Lupe nahm.

Nächste Stopp: Unkel! Die kleine Stadt am Rhein lockt besonders im Herbst unglaublich viele Besucher an, wenn Weinfest und "Unkeler Höfe" auf dem Plan stehen. Und dann sind wir schon in Linz - 2 Stunden nach unserem Start in Bonn. Die Zeit verging wie im Flug!
Wir sind am Ziel unseres Ausfluges und meine kleine Reisegesellschaft hat Hunger. Die Stadt lockt mit mittelalterlichem Charm und wir sind bei Leibe nicht die Einzigen die diesem Charm erliegen. Ja, es ist voll! An Sommertagen besonders, doch wenn es nicht so schön wäre hier, käme auch kein Mensch. Logisch. Also lassen wir uns von Linz verzaubern, von seinen wunderschönen Fassaden und Gässchen, die vielleicht doch ein klein wenig zu klein sind für so viele Besucher heute...




Nach dem Mittagessen verbringen wir die Zeit mit Kaffe und Kuchen und  mit der Aussicht auf den Fluß, die Fähren die virtuos im Wechsel die Ufer verbinden und "Moby Dick", wie er stolz an uns vorüberzieht, voll beladen mit Ferienkindern und deren Begleitern.
Später Nachmittag ist es bereits als die "Filia Rheni" in Sicht kommt. Der Katamaran holt uns ab und wird uns wieder nach Bonn zurückbringen. Stromabwärts geht alles viel schneller. Remagen und die Brückenpfeiler passieren wir nach kurzer Fahrt, Erpel und Unkel gleiten an uns vorbei. Die Ruhe ist deutlich größer an Bord, auch wenn es immer mehr Passagiere werden. Der Spätnachmittag in der Nachmittagssonne liegt auf dem Schiff und seinen Passagieren. Alle hängen wir unseren Gedanken nach und genießen die Schönheit die da draußen an uns vorüber zieht.
Viel zu schnell kommt die Bonner Skyline mit Posttower und Südbrücke wieder in Sicht. Die "Filia Rheni" hat allerlei Ausflügler und Feriengäste aufgesammelt, Rückkehrer von Wanderrungen entlang der Ufer, Radfahrer die von Touren aus den Weinbergen zurückkommen und uns, die wir einfach mal wieder Bötchen fahren wollten. Und das machen wir auch ganz bald wieder!
Und wenn Ihr noch Ferien oder ein freies Wochenende habt und ausnahmsweise noch nichts vor, dann lasst Euch doch auch mal wieder über den Rhein schippern - von "Poseidon" oder "Moby Dick", ganz egal mit wem, Hauptsache ganz in Ruhe und mit Nachmittagssonne.